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Öko-Textil aus Nessel

In einigen Teilen der Welt kann man zwischen Nesseltüchern schlafen, von einer Nesseltischdecke essen, mit Brennnesseln angereicherte Steaks und Eier essen, die von einer Brennnessel-Papierkarte bestellt werden, in einem Notfisch mit einer Brennnesselschnur, und besonders im Frühling mit köstlichen Brennnesselgerichten schwelgen, die mit Brennnesselbier heruntergespült werden. Tatsächlich ist dies nur ein Teil der Fähigkeiten dieses wilden Essbaren.“
~ Angier

Die Brennnessel gehört zu den Pflanzen – neben Bambus, Eukalyptus, Zeder und Indischem Lotos – in der Welt, die mehrere Anwendungsbereiche hat. Sie ist nicht nur ein gewöhnliches Kraut, aus dem man Tee machen kann, sondern die Brennnessel hielt Generationen am Leben und gesund, indem sie Essen, Trinken, Papier, Kleidung und andere Ausrüstungsgegenstände zum Überleben in der Wildnis (z.B. Fischernetz) lieferte.

Prähistorische Textilien wurden aus Brennnessel hergestellt, begannen sich in der Bronzezeit zu verbreiten und waren auch während der Weltkriege wieder beliebt, vor allem weil es das einzige verfügbare Material für Kleidung war. Es wurde weithin vermutet, dass die Produktion von Textilien aus Pflanzenfasern im alten Europa, insbesondere gewebte Textilien für Kleidung, eng mit der Entwicklung der Landwirtschaft verbunden war. Forscher entdeckten, dass die Menschen der Antike auch bewusste Nutzer von Wildpflanzen waren und nicht nur kultivierten Flachs und Hanf zur Herstellung von Kleidung verwendeten. Sie handelten sogar mit Nesseltextilien auf dem Kontinent. Das in Dänemark gefundene Nesseltuch – es erzählt eine überraschende Geschichte über bronzezeitliche Fernhandelsverbindungen um 800 v. Chr. – wurde in Österreich hergestellt.

Die Könige bevorzugten die feinste Nessel für ihre Kleidung und Heimtextilien, deren Verwendung dem Rest der Bürger verboten war! Die Nesselfasern waren eine hoch angesehene Faser im Volk.

Heute nimmt die Weltbevölkerung zu, aber das Land nicht. Die Nachfrage nach nachhaltigen Textilien steigt, was eine gute Nachricht ist. Durch die Umwandlung von Brennnesselstängeln in einen leinenähnlichen Stoff haben einige Unternehmen begonnen, einen Öko-Stoff aus natürlichen statt synthetischen Materialien herzustellen und beschäftigen tausende von Handwerkern auf der ganzen Welt. Ihr Projekt hat einen Nutzen über die aktuelle Generation hinaus. Mit dem Erfolg in der Brennnessel-Ökofaserproduktion werden sie den Bedarf an konventionellen Fasern reduzieren und damit auch die Menge an Treibhausgasen, die bei der konventionellen Faserproduktion entstehen.

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