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Große Brennnessel (Urtica dioica)

Verwendung in der Heilkunde

Zubereitungen aus dem Brennnesselkraut oder den Brennnesselblättern wirken bei Rheuma. Brennnesseln wirken außerdem adstringierend, Blut reinigend, Harn treibendSchmerz lindernd und Entzündung hemmend.
Sie helfen darüber hinaus bei entzündlichen Harnwegserkrankungen, aber auch bei der Behandlung und Vorbeugung von Nierengrieß und bei Prostatabeschwerden. Da bei der Einnahme von Brennnesseln mehr Flüssigkeit eingenommen werden soll, ist dies jedoch nicht bei Erkrankungen zu empfehlen, bei denen die vermehrte Flüssigkeitszufuhr vermieden werden soll.
Der in der Volksmedizin empfohlene Diabetikeraufguss hat hingegen keinen Einfluss auf die Erkrankung selbst. Allerdings wirkt sich die Brennnessel positiv auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse aus.
Empfohlen wird die Brennnessel auch als blutbildendes Gemüse anämischer Personen. Die blutbildenden Substanzen liegen in wesentlich höheren Gehalten als Spinat vor und können zudem vom Körper aufgenommen werden.

Anwendung in der Volksmedizin

In der Volksheilkund werden Brennnesseln zur Anregung des Milchflusses bei stillenden Müttern, gegen Haarausfall, bei Hautausschlägen, Allergien, Osteoporose, Anämie und Wechseljahresbeschwerden verwendet. Kocht man die Brennnessel in Milch, hilft dies gegen Durchfall. Außerdem soll das „Auspeitschen“ mit Brennnesseln gegen RheumaHexenschuss, Ischias und Gicht helfen, da dies die Durchblutung anregt.

Kulinarisches

Die jungen Blätter der Brennnessel besitzen noch keine Brennhärchen, so dass man aus ihnen einen schmackhaften Salat zaubern kann. Darüber hinaus gibt es den Brennnesselspinat, Brennnesselnudeln, Brennnesselschlutzer, Brennnesselknödel oder –nocken machen oder auch die Brennnesselsuppe. Blätter und Samen können auch zu einem Brennnesselbrot verarbeitet werden. Köstlich sind auch frittierte und leicht gesalzene Brennnesselblätter.
Am besten schmecken die noch ganz jungen Triebspitzen der Pflanzen, die im Frühjahr wachsen. Wenn man ganzjährig nur junge Blätter verwenden will, sollte man die Brennnesseln regelmäßig bis auf 2cm über dem Boden zurückschneiden. Nach kurzer Zeit treiben die Brennnesseln wieder aus der Wurzel aus, so dass man wieder junge Blätter hat. Auf diese Art und Weise kann man von April bis September, manchmal auch Oktober, junge hellgrüne Brennnesselblätter ernten.
Wen bei etwas älteren Blättern die Brennhaare stören, der kann diese auch unschädlich machen, indem die Brennnesseln in ein Tuch gewickelt und dieses stark gewrungen und sie anschließend kurz blanchiert werden. Alternativ dazu kann man sie auch kräftig duschen.
Durch das Vermischen mit der Marinade verlieren die Härchen im Salat ihre Brennwirkung.
Ganz neu ist noch eine weitere Verarbeitungsvariante: Brennnessel als „Smoothie“. Hierzu werden frische Brennnesselblätter/Triebspitzen zusammen mit z.B. Apfel oder anderen Gemüsen/Kräutern zu einem belebenden und reinigendem Getränk – besonders im Frühjahr – verarbeitet.

Äußerliche Anwendungen

Haarspülung

Wer besonders glänzendes und kräftiges Haar haben möchte, nutzt die Kieselsäure der Brennnessel: dazu werden Stängel und Blätter mindestens 20 Minuten gekocht, um die Kristalle zu lösen. Anschließend spült man mit dem erhaltenen Absud die Haare. Eine Haarspülung wirkt auch gegen fettes Haar und Schuppen.

Stickstoffdünger

Als stickstoffsammelnde Pflanze besitzt die Brennnessel sehr hohe Düngeranteile. Wer diese hohen Stickstoffanteile der Pflanze als Dünger im Gemüsegarten nützen möchte, stellt aus frischen Trieben mit Wasser über mehrere Wochen eine Brennnesseljauche her, die anschließend in verdünnter Form als hervorragender Stickstoffdünger flüssig ausgebracht werden kann.

Läusevertreiber

Das Wasser aus einem Kaltauszug kann Läuse vertreiben. Dazu setzt man frische Brennnesselstängel über Nacht in kaltem Wasser an und spritzt dieses Wasser dann täglich und mehrere Tage hintereinander auf die befallenen Pflanzen. Aber Achtung: die Läuse werden nur vertrieben, nicht getötet!

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