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Wusstest du, dass die Brennnessel ideal zum Färben ist?

Jede grüne Pflanze enthält Chlorophyll, das ist ein Pigment, das Pflanzen hilft, ihre eigene Nahrung durch Photosynthese zu erzeugen. Obwohl es mikroskopisch klein ist, spielt es eine große Rolle für die Gesundheit des Planeten. Denke nur daran, dass das meiste Leben auf der Erde von der Photosynthese abhängt!

Sein Name leitet sich von den griechischen Wörtern χλωρός, khloros „blassgrün“ und φύλλον, phyllon „Blatt“ ab. Als natürliches grünes Pigment ist Chlorophyll ein großartiger natürlicher Farbstoff für die Verwendung in Naturprodukten. Chlorophyll-Moleküle sind nicht wasserlöslich und sind in Pflanzenzellen an Proteine gebunden. 

Die Brennnessel ist eine kommerzielle Quelle für Chlorophyll und Chlorophyllin, die als Farbstoffe in Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten verwendet werden. Dabei ist es wichtig, essbare Kräuterarten aus biologischem Anbau zu verwenden, um das Risiko einer Vergiftung durch giftige Pflanzen oder Schadstoffe zu vermeiden.

Die chlorophyllreichsten Teile der Brennnessel sind die voll entwickelten Blätter aus dem mittleren Teil der Pflanze, ganz am Anfang der Blüte. Brennnesselpflanzen, die zwei Jahre alt oder älter sind, enthalten einen höheren Gehalt an Chlorophyll und Carotinoiden als jüngere Pflanzen. Jene, die im Halbschatten wachsen, enthalten mehr Chlorophyll als solche, die in voller Sonne wachsen.

Die Extraktion von reinem Chlorophyll ist nur im Labor durch organische Lösungsmittel und eine Reihe von anderen Chemikalien möglich. Organische Lösungsmittel werden verwendet, um die Chlorophyll-Protein-Bindung zu brechen und das Chlorophyll zu lösen. Später wird die Chlorophyll-Lösung mit anderen Chemikalien zur Reinigung, Extraktion und Stabilisierung behandelt, und die Lösungsmittel werden entfernt. Oft wird der Chlorophyll-Extrakt mit einem Trägerstoff wie Maltodextrin kombiniert, um ein fließfähiges, wasserlösliches Pulver zu erzeugen, das unteranderem als kosmetischer Inhaltsstoff (Seife, Shampoo) verwendet wird. 

Chlorophyll ist ein von der Europäischen Union zugelassener Lebensmittelzusatzstoff – E140 -, der kommerziell aus Brennnesseln, Gras und Alfalfa gewonnen wird. Dieser grüne Farbstoff ist wasserlöslich, daher kann seine Intensität mit der Zeit verblassen.

Chlorophyll ist in seiner Struktur dem menschlichen Hämoglobin ähnlich und wird deshalb auch als „pflanzliches Blut“ bezeichnet. Wie Hämoglobin besteht Chlorophyll aus einer Reihe von Molekülen, die sich um ein einzelnes Metallatom gruppieren: im Hämoglobin ist dieses Atom Eisen (Fe), im Chlorophyll ist es Magnesium (Mg). Magnesium ist essentiell für über 300 biologische Körperfunktionen.

Die moderne Forschung über Chlorophyll deutet darauf hin, dass es einige entgiftende, antikarzinogene Eigenschaften hat und die Nebenwirkungen einiger Medikamente lindern kann.

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Warum brennt eine Brennnessel?

Die meisten Menschen bezeichnen die Brennnessel als eine unfreundliche Pflanze, die überall wächst und einen wie ein „elektrisiertes Unkraut“ beißt, bzw brennt. Deshalb sagen die Engländer „stinging nettle stings“ (im deutschen: Brennnesseln brennen).

Die gewöhnliche Brennnessel oder stechende Brennnessel (Urtica dioica) gehört zur Gattung der Urtica. Der lateinische Name leitet sich von „uro“ oder „urere“, brennen, ab und bezieht sich auf die brennenden Eigenschaften der in ihr enthaltenen Flüssigkeit. Die Fähigkeit zu stechen ist auf die feinen haarähnlichen Strukturen zurückzuführen, die die Stängel und Blätter der Pflanze bedecken. Die Brennnessel ist mit diesen hohlen Haaren gut bewaffnet und ihre geschwollene Basis enthält einen Cocktail von Chemikalien, wie Serotonin, Histamin, Folsäure, Acetylcholin, Moroidin, Leukotriene und Ameisensäure. Diese Haare sind sehr spröde und brechen leicht. Das ist eine wichtige Anpassung der Pflanze, um knabbernde Raubtiere so wie den Menschen abzuschrecken. Ohne diese schmerzhaften Stiche würden Tiere und Menschen die arme Brennnessel essen.

So schmerzhaft die Folgen der Berührung einer gemeinen Brennnessel auch sind, werden sie bei weitem übertroffen von den Auswirkungen einiger der ostindischen Arten. Der Schmerz hält über viele Stunden oder sogar Tage an. Bei der indonesischen Urtica urentissima hält der brennende Schmerz ein Jahr lang an. Man nennt sie das „Teufelsblatt“. Zum Glück wachsen bei uns in Europa viel mildere und besser verträglichere Brennnessel Arten.

Allerdings verliert die Brennnessel beim Kochen ihre brennende Wirkung und die jungen Triebe können kulinarisch verwendet werden.

Also lass dich nicht von den Brennhaaren dieses unglaublichen Krauts abschrecken!

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Die Anatomie der Brennnessel – Ein bisschen Botanik

Eine detaillierte Beschreibung dieser vertrauten Pflanze ist kaum nötig. Die herzförmigen, fein gezähnten, spitz zulaufenden Blätter und die grünen Blüten in langen, verzweigten Büscheln, die aus den Blattachseln entspringen, sind jedem bekannt. Die weichen, grünen Blätter sind 3 bis 15 cm lang und sitzen gegenständig an einem aufrechten und drahtigen, grünen Stängel.

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) gehört zur Gattung der Brennnesseln (Urtica). Der lateinische Name leitet sich von dem Wort „urere“, „brennen“, ab und bezieht sich auf die brennenden Eigenschaften der in ihr enthaltenen Flüssigkeit. Der spezifische Name der Pflanze, „dioica“, bedeutet „zwei Häuser“, was sich darauf bezieht, dass sie eine diözische Pflanze ist. Die Blüten sind unvollständig: die männlichen Blüten haben nur Staubgefäße und die weiblichen Blüten haben nur Stempel oder samenbildende Organe. Normalerweise trägt eine Pflanze entweder männliche oder weibliche Blüten.

Die Blüten sind für die Windbestäubung angepasst. Die Große Brennnessel blüht von Juni bis September und erreicht eine Höhe von 1 bis 2 Metern. Sie stirbt im Winter bis auf den Boden ab. Ihre mehrjährigen gelben Wurzeln – Rhizome und Ausläufer – vermehren sich unter anderem durch Ausläufer, so dass sie sich schnell vermehrt, was es schwierig macht, sie loszuwerden.

Die ganze Pflanze ist mit Brennhaaren bedeckt. Jeder Stachel ist ein sehr scharfer, polierter Stachel, der das Gift enthält, welches bei einer Berührung eine Reizung verursacht. Die brennende Eigenschaft des Saftes wird durch Hitze zerstört, so dass die jungen Triebe der Brennnessel, wenn sie gekocht werden, gegessen werden können.